„GENTECHNIKFREIES SOJA AUS ÖSTERREICH IST NACHHALTIG. ÖSTERREICHS SOJA-BAUERN SETZEN AUF URSPRÜNGLICHE ANBAUKONZEPTE.“

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

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Der in den letzten Jahrzehnten weltweit stark gestiegene Soja-Anbau steht häufig in der Kritik. Sehr oft berechtigt, denn die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen sind gravierend. Keine andere Kulturpflanze hat in den letzten Jahrzehnten eine derart dynamische Entwicklung genommen. Hauptursache für die kontinuierliche Ausweitung des weltweiten Soja-Anbaus ist der zunehmende Fleischkonsum, denn der Großteil der Sojaernte landet im Tierfutter.

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Amerikanische Monokulturen

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In den Hauptanbauländern USA, Brasilien und Argentinien wird Soja überwiegend in großen Monokulturen mit meist gentechnisch veränderten Sojapflanzen angebaut. Dafür werden jährlich beträchtliche Flächen Regenwald gerodet, Grasland und Savannen zerstört. Mittlerweile ist die weltweite Fläche, auf der Soja angebaut wird, mehr als drei Mal so groß wie Deutschland.

Schon gewusst?
Import-Soja für Tierfütterung

Rund 80 % der weltweiten Soja-Ernte wird als Tierfutter verwendet. Durch den massiven Import von billigem Soja in die EU wurden regionale eiweißreiche Futtermittel vom Markt gedrängt. Die EU ist deshalb mittlerweile von Soja-Importen aus Übersee abhängig. Dabei könnte Soja durchaus durch andere Pflanzen ersetzt werden. Eine Studie des WWF zeigt, dass 65 % des heute importieren Sojas durch heimische Futtermittel ersetzt werden könnte.

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Monokulturen brauchen Pestizide

Beim Anbau von Soja in agrarindustriellen Monokulturen kommt es immer wieder zu Problemen. Durch diese Art der Kultivierung steigt der Krankheits- und Unkrautdruck. Um diesem entgegenzutreten, sind neue und immer mehr Pestizide notwendig. Diese zerstören aber auch Begleitpflanzen und damit Lebensräume für zahlreiche nützliche Insekten und andere Tiere. Die Biodiversität, also der Artenreichtum in diese Regionen nimmt ab. Nicht zuletzt erkranken durch Fehler bei der Anwendung der Pflanzenschutzmittel auch Menschen in diesen Regionen.

Monokulturen fördern gentechnisch verändertes Soja

Zusätzlich wird die Sojapflanze in den Exportländern häufig durch Gentechnik an die Bedürfnisse der dortigen Agrarindustrie angepasst. Seit mittlerweile 20 Jahren wird in den USA, Brasilien und Argentinien der Großteil des Saatgutes gentechnisch verändert. Dadurch werden die Pflanzen widerstandsfähig gegenüber bestimmten Unkrautvernichtungsmitteln. So können die Felder großflächig mit diesen besprüht werden, ohne dass die Sojapflanzen darunter leiden. Alle anderen Gewächse werden dadurch aber radikal abgetötet.

Monokulturen verändern Klima und Boden

Die Umwandlung natürlicher Ökosysteme wie Regenwald, Grasland und Savannen kommt uns teuer zu stehen. Die Abholzung von Waldflächen trägt durch die entstehenden Kohlendioxid-Emissionen wesentlich zum Klimawandel bei. Zudem gehen natürliche Ökosysteme verloren. Die Bodenerosion nimmt zu, das Land wird weniger fruchtbar. Es kommt zu Wasserverschmutzung in den betreffenden Gebieten. Unter letzteren leidet vor allem die Bevölkerung vor Ort. Immer wieder kommt es dadurch zu Konflikten um Landnutzungsrechte.

Monokulturen fördern soziale Konflikte

Monokulturen in den Exportländern sind auch ein gesellschaftliches Problem. Sie zerstören Lebensräume der ansässigen indigenen Bevölkerung und vertreiben die Menschen aus ihren angestammten Gebieten. Kleinbauern, die auf diesen Flächen Viehzucht betrieben haben, stehen plötzlich vor dem Nichts. Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Gewalt sind die Folgen.

Ein Ausweg: Fleischkonsum reduzieren

96 % des in die EU importierten Sojas ist gentechnisch verändert. Zum überwiegenden Teil landet es als Tierfutter im Trog, vor allem in der Schweine- und Geflügelmast. Über den Umweg Fleisch nimmt der durchschnittliche Mitteleuropäer pro Jahr etwa 60 kg gentechnisch verändertes Soja zu sich. Der einzige Ausweg liegt darin, das Konsumverhalten zu ändern. Statt Soja an Tiere zu verfüttern, sollte es in Form von Soja-Lebensmitteln wie Tofu & Co direkt am Teller landen.

Schon gewusst?
1 Portion Rindfleisch oder 14 Portionen Tofu

Die Eiweißumwandlung von Futtermitteln in tierische Lebensmittel ist wenig effizient. Man stelle sich das einmal vor: Aus jener Menge pflanzlicher Eiweißlieferanten, die nötig ist, um eine Portion Rindfleisch zu erzeugen, könnten aus Soja mindestens 14 Portionen Tofu hergestellt werden!

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Soja an sich ist eine ökologisch wertvolle Pflanze

Wie alle Hülsenfrüchte besitzt die Sojapflanze in ihrem Wurzelgeflecht sogenannte Knöllchenbakterien. Dadurch kann sie sich selbst mit Stickstoff versorgen. Diesen braucht sie, um daraus Eiweiß zu bilden. Die Knöllchenbakterien holen sich dafür den Stickstoff aus der Luft, wandeln ihn um und stellen ihn der Sojapflanze zur Verfügung. Die Sojapflanze ist in dieser Hinsicht effizienter als andere Hülsenfrüchte. Sie benötigt deshalb weniger Dünger als andere Pflanzen.

Soja ideal für die Fruchtfolge

Sojapflanzen tragen außerdem dazu bei, den Boden mit Humus anzureichern. Im Unterschied etwa zu Mais, der dem Boden Humus entzieht. Soja ist daher für die Fruchtfolge bestens geeignet, denn sie bereitet den Boden für die Folgepflanzen auf. Es geht nur ein Teil des Stickstoffs in die Eiweißbildung, der Rest bleibt im Boden für das nachfolgende Gewächs. Der Ackerboden bleibt durch Soja fruchtbar, wird besser belüftet und ist einfacher zu bearbeiten.

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Nachhaltiger Soja-Anbau in Österreich

Ob der Soja-Anbau nachhaltig ist oder nicht, hängt von der Produktionsart und dem Herkunftsland ab. In Österreich wird Soja von jeher gentechnikfrei produziert. Die Landwirtschaft hierzulande ist vorwiegend kleinstrukturiert, so dass gar keine großen Monokulturen entstehen können. Österreichs Bauern setzen zudem auf ursprüngliche Anbaukonzepte mit wechselnden Fruchtfolgen und erhalten so die Bodengesundheit. Besonders erfreulich: Fast ein Drittel der österreichischen Soja-Bauern arbeiten nach Kriterien der biologischen Landwirtschaft!

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Schon gewusst?

Österreich ist Spitzenreiter bei Lebensmittel-Soja!

Weltweit kommt nur rund ein Fünftel der Sojaernte als Lebensmittel auf den Markt. Mit 80 % landet der Löwenanteil als Tierfutter im Trog, vor allem in der Schweine- und Geflügelmast. In Österreich dagegen geht die Hälfte der Sojaernte direkt in die Lebensmittelproduktion. Wir sind damit europäischer Spitzenreiter bei der Produktion und Verarbeitung von gentechnikfreiem Lebensmittelsoja.